Zwischen Identitätsanker und Marketingprodukt: Die neuen Trikots der Bundesligisten

Sie signalisieren die Vereinszugehörigkeit der Spieler, sind wichtiger Bestandteil vieler Fan-Outfits und dank Einnahmen durch Merchandising und Sponsoring auch wirtschaftlich bedeutend für die Clubs der Bundesliga. Dennoch wird kaum ein Thema auf den Rängen der Stadien und in den Fußballkneipen der Republik so häufig diskutiert wie die neuen Trikots der Bundesligisten. Einen Überblick über wesentliche Neuerungen und bewährte Traditionen bietet unser Artikel.

Identitätsstiftende Heimtrikots

Hinsichtlich des Heimtrikots bieten die meisten Vereine keine großen Überraschungen. Der VfB Stuttgart setzt weiterhin auf den traditionellen Brustring und die Borussia aus Dortmund spielt im unverwechselbaren schwarz-gelben Dress. Dennoch gelang es einigen Machern, den schmalen Grat zwischen innovativen Details und möglichem Verlust der durch das Trikot mitgetragenen Identität zu begehen. Beste Beispiele dafür: die in verschiedenen Rottönen gehaltenen Outfits des 1.FC Nürnberg und des 1.FSV Mainz 05 oder der rot-grüne Balken auf dem weißen Shirt des FC Augsburg. Auch das Dress der Königsblauen verfügt über ein tolles Detail, stellt es doch durch Hammer und Schlägel die Verbindung zu einem identitätsstiftenden Element her.

In neuem Gewand läuft der Pokalsieger Eintracht Frankfurt auf: das Heimtrikot ist schwarz. Deutlich dunkler als gewohnt ist auch das Home-Jersey des VfL Wolfsburg. Vergleichsweise wenig verändert haben sich hingegen die Sponsoren. Während Aufsteiger Fortuna Düsseldorf fortan von Henkel unterstützt wird, wurde bei Hertha BSC bet-at-home.com durch Tedi ersetzt. Der deutlich auffälligere Sponsorenaufdruck ist ein Detail, das etliche Fans kritisierten. Einen optisch besseren Weg geht der Hauptsponsor des SV Werder, der sein Logo dem Trikot farblich angepasst hat.

Die neuen Jerseys sind allerdings nicht nur in Deutschland jedes Jahr wieder Gesprächsthema Nummer eins vor dem Saisonstart. Auch in den anderen europäischen Ligen werden die Designs regelmäßig diskutiert. Allen Vereinen gemein ist dabei aber eins: Ob mit Kritik bedacht oder mit Begeisterung aufgenommen – die Trikots werden von den Fans gekauft. Für die Bundesligisten und die bekannten europäischen Vereine ist das in Deutschland sehr einfach gemacht und geht inzwischen auch ganz bequem online. Anhänger weit weniger bekannter Ligen aus Europa und der ganzen Welt können bei Unisport aber ebenfalls die neuen Shirts ihres Vereins finden.

Auch auswärts ein Hingucker

Seit jeher polarisierend sind die Auswärtstrikots und Ausweichjerseys, die zum Teil deutlich von den eingetragenen Vereinsfarben abweichen. Ein auffälliges Beispiel hierfür: Bei Spielen in der Ferne werden die Spieler des FC Bayern fortan in Mintgrün oder Lila auflaufen – Farben, die vor allem von den aktiven Fans kritisch beäugt werden. Gelungener stellt sich dies bei Borussia Mönchengladbach dar, deren Vereinsfarben in allen drei Trikots berücksichtigt sind. Auch das Ausweichtrikot des VfB Stuttgart begeistert durch seinen Bezug zur Mutterstadt. Ergänzt wird das Angebot durch für besondere Anlässe designte Stücke. Hervorzuheben ist hier das Karnevals-Trikot des 1.FC Köln. Andere Vereine, wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke 04 setzen auf speziell für die europäischen Wettbewerbe angefertigte Shirts.
Nicht nur die optische Erscheinungsweise variiert, auch beim Blick auf das Preisschild offenbaren sich Unterschiede: Während Fans kleinerer Vereine wie Hoffenheim, Freiburg, Augsburg, Mainz und Hannover mit 75 EUR noch relativ günstig davonkommen, muss ein Großteil der Vereinssympathisanten tiefer in die Tasche greifen. Nicht nur sportlich Ligaspitze: der FC Bayern, der für sein Trikot knapp 90 EUR veranschlagt

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