Kategorie-Archiv: WM 2014

Sommerpause.

Seit fast exakt zwei Wochen sind wir Weltmeister und es fühlt sich immer noch gut an. Schön zu wissen, dass das noch knappe vier Jahre so sein wird. Andernorts läuft schon wieder die Vorbereitung auf die neue Saison, die ersten kleinen und aufgebauscht-großen Geschichten Marke Sommerloch machen die Runde. Diese lassen wir aber allesamt unkommentiert und weitestgehend unkonsumiert und genießen unsere persönliche Sommerpause. Mit reduzierter Fußballdosis (unterbrochen von einer paar WM-Highlihtvideos), damit man sich dann kurz vor den ersten Pflichtspielen wieder richtig freuen kann.

Mit denselben wird unser kleiner Blog übrigens seinen ersten Geburtstag feiern – so schnell kanns gehen.

In diesem Sinne: Schwitzt, ihr Profis – wir machen Pause!

Weltmeister!

Als wir die ersten Gedanken an diesen Blog hatten, hatte Bayern gerade das zweite Champions League-Finale innerhalb von drei Jahren verloren und es wurden wie auch nach der EM 2012 Stimmen laut, dass die Generation Schweinsteiger eine unvollendete bleiben würde. Dennoch tummelten sich in Deutschland unfassbar viele richtig starke Fußballer und so wollten wir mit Zweierkette einen Blog gründen, der die Entwicklung dieser Spieler und Mannschaften bis zur Weltspitze mitverfolgen sollte. Dass kurz vor der endgültigen Umsetzung Heynckes‘ Bayern in einem deutschen Finale die europäische Krone holten, ließ dieses Ziel ein bisschen ins Leere laufen. Aber immerhin hatten wir ja noch unsere Nationalmannschaft unter einem Trainer, mit dem sie nie etwas gewinnen würde. Weiterlesen

Finale

Nach dem deutschen Kantersieg
(nochmal in Worten: Eins zu Sieben!)
sind gestern für den Abwehrkrieg
wohl keine Tore mehr geblieben.

Die deutsche Gala war ein Fest,
ungläubig rieb man sich die Augen.
Nun zeigt der letzte Härtetest
ob wir zum Titelträger taugen.

Brasiliens Nachbar und Rivale
lädt zum finalen Tango ein,
drum wird wohl dann auch im Finale
der Gastgeber für Deutschland sein.

Argentinien im Endspiel
wird nochmal hart, das wissen wir.
Noch einmal siegen bis zum Ziel
das lautet: Titel Nummer vier!

Brasilien 1:7 Deutschland

Halbfinale: Gastgeber Brasilien gegen Deutschland – was im Vorfeld nach einem spannenden Fußballleckerbissen klang, entpuppte sich als ein Spiel, das zwar wenig spannend, dafür aber umso historischer war. Und das in vielerlei Hinsicht. Wo die heutige Sensationsgesellschaft schnell mit  Superlativen zur Hand ist, erscheinen alle zu schwach um dieses Spiel zu beschreiben. Doch, zum Glück, das Ereignis spricht für sich: 7:1. In einem WM-Halbfinale. Gegen Brasilien. In Brasilien.

Das muss man erstmal sacken lassen. Auch jetzt, einen halben Tag später, fällt es mir schwer, aus den vielen Aspekten, die man erwähnen müsste, die wichtigen herauszukramen – und die Emotionen, die dieses Spiel hervorgerufen hat, wehren sich gegen eine sachliche Analyse und wollen am liebsten nur GEEEEEEEEILLL!!!! schrei(b)en und sich die Highlights in Dauerschleife anschauen. Deshalb klammere ich mich zwanghaft an das gewohnte Muster – hier sind die drei wichtigsten Punkte aus dem Halbfinalspiel gegen Brasilien, etwas ausführlicher als sonst: Weiterlesen

Frankreich 0:1 Deutschland. Löws neuer Plan geht auf.

Deutschland steht im Halbfinale! Im ersten Viertelfinale der WM 2014 schlägt man Frankreich mit 1:0 – Hummels erzielt das goldene Tor. Für Löws Amtszeit war es ein völlig untypisches Spiel, das aber den Paradigmenwechsel für dieses Turnier unterstreicht: Defensive Sicherheit steht an erster Stelle und vorne helfen Standards. Eigene Chancen aus dem Spiel heraus waren dementsprechend Mangelware und entstanden vermehrt erst in der Schlussphase, als Frankreich müde war und offensiver spielen musste. Die beiden besten Chancen vergab der eingewechselte André Schürrle freistehend.

Die Frage nach Lahms Position wurde mit dessen Rückversetzung auf die rechte Verteidigerposition beantwortet. Dass es für beide Einsatzgebiete gute Argumente gibt, unterstrich einmal mehr dieses Spiel. Unter dem Strich muss man festhalten: Gut, dass wir einen Lahm haben, egal wo er spielt. Ein Flankengott wird er zwar nicht mehr, aber Pass- und Zweikampfstärke sind zwei Eigenschaften, die auf beiden Positionen gefragt sind. Interessant war, dass Schweinsteiger und Khedira beide über 90 Minuten ran durften, obwohl sie gegen Ende deutlich mit der Puste zu kämpfen hatten. Erlöst wurden stattdessen Özil und Kroos.

Diese Wechsel waren auch ein deutliches Zeichen Löws, dass er mit einem Erfolg nach 90 Minuten rechnete – durch eine Verlängerung hätte es die Doppelsechs nicht geschafft, die zudem beide schon eine gelbe Karte gesehen hatten. Dass das letztendlich hinkam, lag auch an Manuel Neuer, der in der letzten Szene des Spiels in unnachahmlicher Manier einen Schuss von Benzema mit einer Faust parierte (Foto s. unten). Auch vorher war er immer sicher zur Stelle, wenn es gefährlich wurde, wenn dieses Mal auch eher seine klassischen Torwartfähigkeiten gefragt waren.

Damit steht Deutschland zum vierten Mal in Folge im Halbfinale und darf sich auf den Gastgeber (oder dessen Bezwinger) freuen. Möge sich der nächste am neuen Löw’schen Fußball die Zähne ausbeißen. Weiterlesen